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McMaster oder Führung unter Stress und Angst – Ausbildung in der amerikanischen Armee

Vor wenigen Tagen wurde er Nationaler Sicherheitsberater der aktuellen US Regierung, davor leitete der promovierte Historiker und Generalmajor Herbert Raymond McMaster des Ausbildungszentrum des amerikanischen Heeres in Fort Benning. Neben der Tatsache das McMaster sich bereits als Historiker einen akademischen Namen gemacht hat, liegt eine Besonderheit McMasters darin begründet, dass er die Einsatzstruktur für amerikanische Soldaten im Einsatz verändert hat und damit zu einem Umdenken im Bereich der Führung im Feld mit beigetragen hat, in dem er seine Soldaten motivierte, Präsenz in der Bevölkerung zu zeigen und direkten Kontakt zu lokalen Führungspersönlichkeiten zu suchen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren Truppen meist in entlegenen und abgeriegelten Stützpunkten stationiert, was mehr zu weiterer Distanz als zu Nähe und Vertrauen führte.

McMaster wurde durch den den ehemaligen General Petraeus gefördert und zum Brigadegeneral befördert. Dieser gehört gleichsam zur Riege der akademisch ausgebildeten Führungspersonen, welche mit ihrem Denken in jüngerer Zeit eine Neuausrichtung der amerikanischen Militärdoktrinie beeinflussten, welche psychologische Werkzeuge gleichrangig neben Kommunikation und Waffentechnologie ins Zentrum der militärischen Aktivitäten stellt. (FM 3-24 Counterinsurgency (Partnering) in Afghanistan und Irak)

Vor diesem Hintergrund, verdient die Ausbildung und Erziehung der amerikanischen Offiziere und Unteroffiziere eine besondere Betrachtung, den natürlich liegt der Schwerpunkt der jungen Führungspersonen der amerikanischen Armee in der Waffentechnik und Strategie, jedoch ist zudem Anerkannt, dass für die neuen Strategien der Interaktion mit Bevölkerung unter Kampfbedingungen eine hohe Stress.- und Angsttoleranz in Kombination mit einer gefestigten Persönlichkeit benötigt wird, die dem Offizier im Einsatz hilft mit Angst und hohem Stress umzugehen, sowie sich selbst, sowie seine ihm unterstellten Soldaten optimal einschätzen und führen zu können.

Die amerikanischen Offiziere und Unteroffiziere, benötigen eine hohe Stress.- und Angsttoleranz in Kombination mit einer gefestigten Persönlichkeit, welche ihnen hilft, im Einsatz mit Angst und hohem Stress umzugehen…

Alle Lehrkräfte haben nach den Aussagen McMaster eigene Kampferfahrung und können vor diesem Hintergrund die Schulungen realitätsnah anbieten.

Zu erwähnen ist auch, dass McMaster ausdrücklich kritisches Denken befürwortet und Diskussionen und eigenständiges denken der Offiziere fördert. Kritisch äussert sich McMaster zum früheren amerikanischen Verteidigungsminister Rumsfeld, welcher den psychologischen und gesellschaftlichen Rahmen des Krieges vernachlässigt habe.

Zu diesem Schluss kommt auch ein Oberst der US Army, welcher in dem hier bearbeiteten Artikel der NZZ zitiert wird, wonach die Führungsprozesse der amerikanischen Armee, mittlerweile so weit entwickelt sind, dass sie von europäischen Armeen (etwa der deutschen Bundeswehr) nur noch zum Teil eingesetzt oder umgesetzt werden können. Und darin liegt vielleicht auch ein Grund für einen gesellschaftliche Strukturwandel, in einer Zeit in welcher in Deutschland unlängst die Notwendigkeit und Chancen auch für die Gesellschaft einer militärischen Erziehung, bis auf die Grundmauern kritisch hinterfragt und ausser Kraft gesetzt wurden, steigen die Fragen um das Thema “Burnout” und “PTBS” (Postraumatische Belastungsyndrom) kontinuierlich an.

..die Offiziere von heute repräsentieren den Querschnitt der Gesellschaft und nehmen in der Welt von morgen zivile Führungssituationen ein…

Die amerikanische Armee stellt sich der Herausforderung und bildet ihre Soldaten den Anforderungen entsprechend auf die gesteigerte und unsichere Herausforderungen aus. Prüfen Sie bei ihrem nächsten Kontakt mit einem US-Amerikaner in nächster Zeit selbst, welchen Stellenwert “Burnout”, “Stress” und Postraumatische Belastungsstörungen in der amerikanischen Gesellschaft einnimmt. Die Armee ist vielfach doch noch so etwas wie Schule der Nation” und das ganz im positiven Sinn, den wie bereits gesagt, der Soldat von heute, ist die Führungskraft  von morgen.

Dieser Artikel ist die kritische Reflexion des Artikels “Frische Impulse für das amerikanische Heer”, welcher am 6.12.2012 in der NZZ Zürich erschienen ist und hier im Original zu lesen ist.

Ich verbleibe mit freundlichen Grüssen und freue mich über Ihre Kommentare und Rückmeldungen, gerne auch persönlich oder telefonisch.

Dr. phil. Thomas A. Frank

Offiziere und Unteroffiziere verfolgen eine Vorlesung in Fort Benning I Dr. phil. Dipl. Päd. Thomas Alexander Frank I Dr. Frank & Consulting I Photo Mike Haskey . Keystone

Offiziere und Unteroffiziere verfolgen eine Vorlesung in Fort Benning I Dr. phil. Dipl. Päd. Thomas Alexander Frank I Dr. Frank & Consulting I Photo Mike Haskey . Keystone


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